Montag, 16. April 2012

Kahlenberg

Am Donnerstag war ich nach mittlerweile gut 3 Jahren in Wien das erste Mal auf dem Kahlenberg oben. Und den sollte man ja schon laut Grillparzer gesehen haben, der einst folgende Zeilen dichtete:

Hast du vom Kahlenberg das Land dir rings beseh'n,
So wirst du was ich schrieb und was ich bin versteh'n.

Auch wenn eine Relation zwischen dem manchen Altwienern eigenen Hang zum Sudern und deren Kahlenbergbesuchen vermutlich nicht ganz so unmittelbar verständlich ist wie beim Herr Grillparzer: Schön ist es dort und die Aussicht ist wirklich toll.

Ganz Wien sieht man von weiter unten aus nämlich nicht so oft. Auch nicht vom Millennium Tower oder dem Stephansdom. Vom Kahlenberg aus hat man zumindest bei schlechtem Wetter auch den Vorteil der äußerst geringen Besucherdichte. Allerdings war aufgrund des eher wolkigen Himmelszustands die Sicht auch nicht so weit und ab dem 3. Bezirk versank alles südwärts im Dunst.



Panorama-Bild mit Halb-Wien im Hintergrund
(und wie "schön" mein Handy das Geländer stückelt)

Auf dem Bergplateau gibt es sonst noch eine Kirche, in der auch schon Papst Gianni Paolo zu Besuch war, die üblichen Touristenfallen und die Modul University, eine Privatuniversität der Wiener Wirtschaftskammer - und den Wagen der alten Zahnradbahn, die früher auf den Kahlenberg führte:


Zahnradbahn mit Panoramabänkchen


Um zum Gipfel zu kommen kann man heutzutage - so man meint man muss - laufen oder radeln. Allerdings führt die teils gepflasterte Höhenstraße auch in mehreren Kurven zum Ziel. Man kann also mit dem Auto fahren - oder auch öffentlich ab Heiligenstadt mit dem 38A bis zum Bergplateau. Das tun winters wie sommers nicht wenige Wiener, die ihren Hausberg auch als Ausflugsziel für die Wochenend-Entspannung schätzen. Im Winter kann man am Kahlenberg angeblich auch rodeln. Wurde mir zumindest gesagt.


Auf dem "Weg nach oben" fährt man übrigens durch Grinzing, einen wirklich hübschen und natürlich touristisch geprägten Teil von Wien mit kleinen Häuschen und einer großen Heurigendichte. Wer also nicht rodeln möchte, kann hier natürlich auch trinken gehen.




Die Beiden fanden das Wetter auch nicht so toll.